2024 ist ein schwarzes Jahr für den Büromarkt, und dies gilt umso mehr für die Region Ile-de-France, da die Leerstandsquote nach den jüngsten Zahlen des Immostat-Barometers den noch nie dagewesenen Wert von 10,3 % erreicht hat. Der Markt der Ile-de-France beendete das Jahr mit 1.750.400 m² neu vermieteter oder verkaufter Bürofläche: ein Rückgang von 11 % gegenüber dem Vorjahr und 21 % unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Der Kontext ist sicherlich unterschiedlich, aber die Fakten sind da. Andererseits bietet die Einführung flexibler Büroorganisationen genügend Spielraum für die gemeinsame Nutzung flexibler Arbeitsbereiche. Was, wenn 2025 wirklich das Jahr des Flex ist? Willkommen in der Ära der Gemeinschaftsbüros und des integrierten Coworking.

Ein schrumpfender Bürobestand

Angesichts der steigenden Leerstandsquoten in den Großstädten suchen die Eigentümer von Büroflächen nach Möglichkeiten, das Beste aus ihren ungenutzten Quadratmetern zu machen. Aber was wäre, wenn die Antwort von denjenigen käme, die jeden Tag nach einem Platz zum Arbeiten suchen, ohne sich zu isolieren?

Der Strukturwandel des Arbeitsplatzes hat seine Spuren in den Gewerbeimmobilien hinterlassen. Nach Angaben von Immostat standen Ende des Jahres in der Region Paris 5,64 Mio. m² Immobilien zur Verfügung, was einer durchschnittlichen Leerstandsquote von über 10 % entspricht, die in einigen Gebieten sogar 20 % übersteigt. Diese Zahlen bestätigen eine strukturelle Verschiebung in der Arbeitswelt hin zu flexibleren Arbeitsformen wie dem flexiblen Büro, das physische Präsenz, Telearbeit, Jobsharing und die Reduzierung von Immobilienflächen durch die Unternehmen kombiniert.

Die Ursachen sind jedoch vielfältig, und die Entwicklung der Telearbeit erklärt nicht alles. Immostat weist auch darauf hin, dass das Jahr 2024 von einem Klima wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit geprägt war, was viele Unternehmen dazu veranlasste, ihre Projekte und Investitionen, auch in Immobilien, zu bremsen.

Das Büro ist keine Selbstverständlichkeit mehr, es ist zu einer strategischen Entscheidung geworden.

Diese Entscheidungen lassen jedoch Lücken entstehen, die die Immobilienakteure in diesem Ausmaß nicht erwartet hatten. Das flexible Büro erscheint daher eher als ein ergänzendes Modell denn als eine einfache Notlösung.

Vor diesem Marktkontext erscheint es nicht mehr als Nischenphänomen, sondern etabliert sich als struktureller Bestandteil der hybriden Stadt. Eine CSA-Studie im Auftrag von Malakoff Humanis hat ergeben, dass 84 % der Beschäftigten auch in Zukunft gerne telearbeiten würden.

Doch die Nachfrage kommt nicht nur von Freiberuflern. Sie kommt auch von :

  • Telearbeitern, die nicht mehr in Vollzeit zu Hause arbeiten können,
  • VSEs und Start-ups, die Flexibilität bei den Immobilien suchen,
  • Großunternehmen, die "Hub & Spoke"-Modelle testen, bei denen kleinere Zentralen und lokale Satelliten miteinander kombiniert werden.

Die Idee, leerstehende Büros in offene, flexible Räume umzuwandeln, ist für lokale Behörden und Vermögensverwalter gleichermaßen interessant, die darin eine Möglichkeit sehen, :

  • Verringerung des Mietleerstands
  • alternative Einkünfte ohne festen Mietvertrag zu erzielen
  • Stadtteile, die ihre kommerzielle Attraktivität verlieren, wieder zu beleben.

Abschließend ist anzumerken, dass derart hohe Leerstandsquoten mit Sicherheit dazu führen werden, dass alternde Anlagen angesichts der zahlreichen neuen Wettbewerber, die sich an den CSR-Zielen der Unternehmen orientieren und attraktive finanzielle Bedingungen bieten, schneller vom Markt verdrängt werden.

Bedingungen für den Erfolg

Die Umwandlung leerstehender Büros in gemeinsam genutzte Büroflächen ist keine leichte Aufgabe.
Die Räume müssen angepasst werden:

  • flexible, mobile Trennwände und Möbel,
  • sicherer Zugang, Hochgeschwindigkeitsverbindungen,
  • flexible, aber strukturierte Verwaltung (Charta der guten Nutzung, Empfang, Dienstleistungen).

Auch der rechtliche Rahmen muss geklärt werden: Dienstleistungsvertrag, vorrangiger Mietvertrag, Haftpflichtversicherung.
Vor allem aber müssen wir ein lebendiges Ökosystem schaffen. Ein flexibler Arbeitsraum ohne eine Gemeinschaft oder eine lebendige Atmosphäre ist nur ein sinnloser Freiraum.

Leerstehende Quadratmeter sind eine Herausforderung, aber auch eine enorme Chance, unsere Beziehung zu Arbeitsplätzen zu überdenken. Warum sollten wir sie nicht teilen, anstatt sie leer stehen zu lassen? Coworker sind nicht die Retter der Gewerbeimmobilien - sie sind die Wegbereiter einer flexibleren, menschlicheren und nachhaltigeren Zukunft.

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